Buch
Das Haus der Flaschen
Ein Roman von Dr. Raphael Nagel
“Für meinen Vater, und für jeden Namen, den jemand wieder tragen musste.”
Prolog · Der Vater am Tisch
Er trank Cognac nie wie ein Mann, der Durst hatte. Er trank ihn wie ein Mann, der einem alten Freund zuhört.
Das war meine erste Beobachtung. Sie war so präzise, dass ich sie als Kind noch nicht in Worte fassen konnte, und so genau, dass ich sie als Erwachsener nicht mehr verlernen würde.
Mein Vater saß nach dem Abendessen am unteren Ende des langen Tisches, immer am selben Platz, immer in derselben Haltung. Vor ihm: das Glas — alt, schwer, von einer Form, die nichts behauptete. Daneben: eine Zigarre, die nicht brannte, ein Streichholz, das noch nicht angerissen war. Niemand sprach in diesen Minuten. Das war die wichtigste Regel des Tisches, die nie ausgesprochen wurde.
In sechs Teilen
Das Haus der Flaschen
- IDer Name
- IIDer Wald
- IIIDas Licht
- IVDie Zeit
- VDer Vater
- VIDas Haus
Die Geschichte der J. Ferd. Nagel Réserve Privée ist im Kern keine Geschichte über Cognac. Sie ist die Geschichte eines Sohnes, der seinem Vater zusieht, wie er ein Glas hält. Über das Erbe eines Maßstabs, der nie erklärt, nur demonstriert wurde. Darüber, was es bedeutet, der Art jemandes, Aufmerksamkeit zu schenken, würdig zu sein.
Und es ist die Geschichte eines Hauses — gegründet 1852 in Hamburg von einem Mann, der das Gold des Kaisers gewann und dann in den Schwarzwald ging und verschwand —, das in seiner privatesten Flasche das Andenken an einen Mann trägt, der Qualität so verstand, wie sein Vorfahr die Destillation verstand: als Disziplin, nicht als Produkt.
Der Roman ist in Vorbereitung. Er beginnt mit einem Tisch nach dem Essen, einem Glas Bernstein und einem Mann, der still ist.
In preparation
Ein Roman von Dr. Raphael Nagel (LL.M.). Verfügbar auf raphaelnagel.com, wenn fertig.
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